Filmprojekt

Hintergrundinformationen zum Filmprojekt „Schritte ins Ungewisse“

Heinz Hesdörffer wurde 1923 in Bad Kreuznach geboren. Sein Vater war Schokoladen-und Zuckerwarenfabrikant. Von Hesdörffers Familie wurden Mutter, Bruder und Onkel im KZ ermordet. Er selbst entging diesem Schicksal mehrfach. Davon erzählt er jetzt in eine Film-Dokumentation.

"Schritte ins Ungewisse" ist der Titel der Produktion, die Jugendliche mit Unterstützung von öffentlicher Seite realisiert haben und in die sie viel Zeit und Arbeit investiert haben, um die Erlebnisse und Erfahrungen von Heinz Hesdörffer filmisch festzuhalten. Der 45-minütige Film entstand in einem aufwändigen Prozess und verfolgt den Weg des heute 90jährigen.
Heinz Hesdörffer ist einer der wenigen noch existierenden Überlebenden des Holocaust. Einer, der durch die KZs Theresienstadt, Auschwitz und Sachsenhausen gegangen ist.
Dem industrialisierten Morden der Nationalsozialisten ist er mehrmals entronnen. "Zum Tor rein und zum Schornstein raus", so war der Leidensweg von Millionen KZ-Häftlingen, der ihm erspart blieb.
Wenn er von den Stationen seiner Verfolgung berichtet, reicht die Erinnerung von den ersten Schikanen in der Schulzeit bis zu seinen Fluchten als bis auf Haut und Knochen abgemagertes Skelett kurz vor Kriegsende.
Nach seiner Befreiung ging Hesdörffer zunächst nach Johannesburg in Südafrika, dann in die USA. Seit ein paar Jahren lebt er in Frankfurt am Main und ist als Zeitzeuge in Schulen und in Kirchengemeinden als engagierter Aufklärer aktiv.

Das „Bildungswerk Heinz Hesdörffer e.V.“ möchte junge Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen, die sich mit dem Holocaust im 3. Reich auseinandersetzen und im Rahmen von Projektarbeiten zukünftiges Unrecht in ihrem Lebensumfeld an jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern unterbinden wollen.
Hierzu gehört, die Aufarbeitung der Lebensgeschichte von NS-Opfern, insbesondere von jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern aus Bad Kreuznach und im Landkreis. Junge Menschen sollen dabei sensibilisiert werden, jegliche Diskriminierung in der Gesellschaft wahrzunehmen.
Als Partner von Jugendverbänden, Schulen und Kirchengemeinden möchte der Verein Jugendlichen freundliches Miteinander vor Augen führen und sich durch Förderung von Studienfahrten, Seminaren und sonstigen Projektveranstaltungen für eine weltoffene, tolerante Gesellschaft einsetzen!
In seinem Testament hat Heinz Hesdörffer diesen Verein mit einem Teil seines Vermögens bedacht, damit dieser - nach seinem Ableben - seine engagierte Aufklärungsarbeit fortführen kann.
www.bildungswerk-heinz-hesdoerffer.de


Ulrich Suppus