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Zukunft der evangelischen Jugendarbeit im ländlichen Raum

"Land in Sicht", fasste Klaus Salscheider ein Treffen der evangelischen Landjugendarbeit am Freitag den 29.04. in Haus Villigst zusammen. Der Synodalbeauftragte für die evangelische Jugendarbeit in Lüdenscheid-Plettenberg und Beauftragter der Jugendkammer für die Jugendarbeit in ländlichen Räumen hatte zusammen mit dem Amt für Jugendarbeit der EKvW eingeladen, um die aktuelle Situation und die zukünftigen Herausforderungen der evangelischen Jugendarbeit in den ländlichen Regionen der Landeskirche zu diskutieren. Nach fast 20 Jahren war es das erste Treffen von Mitarbeitenden der Jugendarbeit zu diesem Thema...

Experten der Jugendarbeit aus Flächenkirchenkreisen berieten über die Zukunft der Arbeit im ländlichen Raum.

Die Vertreter und Vertreterinnen dieser Kirchenkreise tauschten ihre Erfahrungen und Einschätzungen aktuell und für die Zukunft aus und ließen sich von Meike Drey, Referentin der evangelischen Landjugendakademie in Altenkirchen, in die Chancen, aber auch Herausforderungen einführen. Zuvor erläuterte Volker Rotthauwe, Pfarrer für nachhaltige Entwicklung der Landeskirche und Koordinator des Netzwerkes "Kirche im ländlichen Raum" die spezifischen Rahmenbedingungen in der EKvW.

Es wurde deutlich, dass die Jugendarbeit sich immer an den Bedürfnissen von Kindern Jugendlichen orientiert habe und auch Strukturen den jeweiligen Bedingungen angepasst wurden. Oft genug lag der Grund hierfür in finanziellen oder strukturellen Vorgaben von außen. Stets seien diese Veränderungen so umgesetzt worden, dass dennoch möglichst eine Flächendeckung erhalten blieb.

Für die Zukunft seien, so Salscheider, verschiedenste Herausforderungen zu bearbeiten.
Leitgedanke müsse bei allen Überlegungen sein: „Wie schaffen wir es den Wünschen und Anforderungen von Kindern und Jugendlichen in der Kirche gerecht zu werden?“
Gerade im ländlichen Raum seien auf Grund der demografischen Entwicklung ganz unterschiedliche Herausforderungen zu meistern.
Wichtig sei und bleibe, dass Kirche da ist, wo Kinder und Jugendliche sind.  Insbesondere bei der Vermittlung von evangelischen Inhalten, die mit Kindern und Jugendlichen gelebt werden wollen, brauchen Kinder und Jugendliche Menschen, die sie in ihrem Umfeld und in ihren Bedürfnissen ernst nehmen und annehmen. Das könne für die Zukunft auch bedeuten, Angebote ohne eigene Räumlichkeiten zu schaffen.

Zur Bewältigung multipler Anforderungen benötige es zukünftig auch Personal, das unterschiedliche Kompetenzen aufweise und flexibel agieren könne.
Ob es einen zentralen Personalpool geben werde, der in die Fläche wirke, oder ob Personal regional aufgeteilt werde, dies müsse die jeweilige Situation ergeben. Ob dennoch dauerhaft eine Flächendeckung der Jugendarbeit erhalten bleiben könne, erschien den Anwesenden jedoch momentan fragwürdig.

Einig war man sich, dass es "Erprobungsräume" für neue Formate und neue Strukturen der kirchlichen Arbeit auf dem Land braucht.

Die Ergebnisse des Treffens sind in den 2. Werkstatt-Tag "Kirche im ländlichen Raum" am 01.06. 2016 in Unna-Lünern eingeflossen.