Fairer Handel und Faire Woche
Auf dieser Seite findet ihr Hintergrundinformationen zum Fairen Handel. Wenn ihr euch engagieren wollt, gibt es auch die Möglichkeit an der Fairen Woche teilzunehmen. Näheres dazu gibt es ganz unten auf der Seite.
Geschichte des Fairen Handels
Seit 1967 kann man in Europa fair gehandelten Kaffee bekommen- damals allerdings erst nur in den Niederlanden. 1970 kam der erste faire Kaffee nach Deutschland, und 1975 wurde die gepa gegründet.
Fair gehandelte Waren- inzwischen auch Kakao, Schokolade, ... bekam man inzwischen immer öfter, wenn auch meist nur in Weltläden. Trotzdem bestand bereits der Bedarf nach einer einheitlichen Kennzeichnung von fair gehandelten Waren, die es uns Verbrauchern ermöglichte, faire Nahrungsmittel auf den ersten Blick zu erkennen.
Deshalb wurde 1992 TransFair gegründet. TransFair handelt nicht selbst mit Waren, sondern vergibt nur sein Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte. Momentan sind ca. 40 Organisationen Mitglied bei Transfair, die einen jährlichen Mitgliedsbeitrag zahlen.
Was faire Produkte fair macht?!
Ø Zahlung eines „gerechten" Preises über Weltmarktpreis (Produktionskosten deckend, Spielraum für Entwicklungs- und Gemeinschaftsaufgaben lassend)
Ø Eingehen langfristiger Handelsbeziehungen (Auf Wunsch Vorfinanzierung der Ware, um eine Verschuldung der ProduzentInnen zu vermeiden)
Ø Stärkung der Produzentenorganisationen (entscheiden selbst, was mit Erlösen aus Fairem Handel gemacht wird)
Ø Sozialverträgliche und nachhaltige Produktion (keine illegale Kinderarbeit und möglichst umweltschonender Anbau oder Herstellung der Waren)
Ø Ausschaltung des Zwischenhandels und der Spekulation
Ø Einsetzen für mehr Gerechtigkeit im Welthandel auf nationaler und
Ø internationaler Ebene/ Bildungsarbeit in Industrieländern
Ø Respektvoller Umgang mit den Partnern im Süden
zum Beispiel ... Kakao
Ø Im 16. Jh. Kakao nach Europa eingeführt, schnell Lieblingsgetränk/ Lieblingsnascherei der Reichen
Ø Heute über 90 Prozent der weltweit konsumierten Schokolade in Industrieländern „vernascht", bei uns ca. 8,8 kg/ Person/ Jahr (88 Tafeln!)
Ø Kakaopflanze ist sehr anspruchsvoll, Ernte kann nur per Hand geschehen
Ø Mehr als 50 Prozent der Kakao-Weltproduktion aus Westafrika, in Lateinamerika (Ursprungsland der Kakaopflanze) wird weniger Kakao angebaut
Ø Hauptlieferländer für fair gehandelten Kakao sind Ghana, Ecuador und die Dominikanische Republik. (Nicht fairer Kakao: Elfenbeinküste)
Ø Kakao wird nur bei Produzentenorganisationen gekauft, die im FLO-Produzentenregister (Fair Trade Labelling Organization) verzeichnet sind
Ø Für Schokolade mit dem Fairtrade-Siegel müssen alle Zutaten, die mit Fairtrade-Siegel erhältlich sind, zu 100 Prozent fair gehandelt sein.
Ø Weiterer Vorteil: Verwendung von Kakaobutter statt anderer Pflanzenfette, kein Soja-Lecithin (Gentechnik-frei!)
Ø Für die Verwendung des Fairtrade-Siegels ist zusätzlich eine Lizenzgebühr zu errichten (Kakao 0,16 €/ Kilo, Schokolade 0,22 Euro, Nussnougat-Creme 0,16 €)
Kriterien für Produzenten:
Ø politische Unabhängigkeit, demokratische Struktur
Ø überwiegend kleinbäuerliche Familienbetriebe
Ø Kleinbauern an allen wichtigen Entscheidungen direkt und demokratisch beteiligt, gilt insbesondere für die Verwendung des Mehrerlöses aus dem Fairen Handel
Die Faire Woche
Die Faire Woche ist eine bundesweite Aktionswoche rund um das Thema Fairer Handel. Zahlreiche Veranstaltungen von Weltläden, Aktionsgruppen, Supermärkten, Kantinen und Einzelpersonen werden jährlich geplant, mit dem gemeinsamen Ziel, den Fairen Handel in Deutschland noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Diesjähriges Motto lautet "Fair schmeckt mir".
Mit fairem Handel gegen Armut
Kindernothilfe und NRW-Landesregierung stellen gemeinsame Projekte vor Düsseldorf (epd). Die Kindernothilfe und die nordrhein-westfälische Landesregierung haben den Fairen Handel als ein zentrales Element zur Armutsbekämpfung bezeichnet. Die Förderung von Projekten und Maßnahmen des fairen Handels sei ein wichtiges entwicklungspolitisches Instrument der Landesregierung, sagte die NRW-Ministerin für Bundesangelegenheiten, Angelica Schwall-Düren (SPD), am Montag vor Journalisten in Düsseldorf. Der Vorsitzende der Hilfsorganisation Kindernothilfe, Jürgen Thiesbonenkamp, stellte als Beispiel unter anderem Schmuck des Kindernothilfe-Partners APDK in Kenia vor. Sie wolle sich dafür einsetzen, dass im Beschaffungswesen des Landtags künftig möglichst fair gehandelte Produkte berücksichtigt werden, kündigte die Ministerin an. Mit Thiesbonenkamp verwies zur bis Sonntag dauernden Fairen Woche darauf, dass von den rund eine Milliarde Menschen weltweit, die unterhalb der Armutsgrenze leben, meist die Kinder und Jugendlichen besonders hart betroffen seien. Der Faire Handel sorge dafür, dass Bauern und Arbeiterfamilien in Entwicklungsländern gerecht für ihre Arbeit entlohnt und die Arbeitsbedingungen verbessert werden, hieß es. Die Branche verzeichnet den Angaben nach in Deutschland steigende Umsätze. Im vergangenen Jahr seien es mit 322 Millionen Euro 21 Prozent mehr Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr gewesen. Von diesem Wachstum profitierten auch Projekte, die die Kindernothilfe unterstütze, erklärte Thiesbonenkamp. Als Beispiel verwies er auf die Zusammenarbeit mit der kenianischen Organisation APDK (Association for the Physically Disabled of Kenya). Dort hätten behinderte Kinder die Möglichkeit, Produkte aus Holz und Leder wie Schmuck herzustellen. Durch den Verkauf in Eine-Welt-Läden in 18 Ländern weltweit würden die Kinder und Jugendlichen eine Ausbildung erhalten und ihren Lebensunterhalt sichern können. Fairer Handel beginne vor der eigenen Haustür, sagte Thiesbonenkamp. „Jeder sollte hinterfragen, wie die Lebensmittel, die Kleidungsstücke oder die Steine auf der eigenen Terrasse herkommen und ob dafür Kinder ausgebeutet und ihre Rechte verletzt wurden oder Menschen zu unwürdigen Bedingungen schuften mussten“, sagte Thiesbonenkamp. Fairer Handel helfe auch Kindern, sich von ausbeuterischer Kinderarbeit zu befreien. Familien könnten von dem Einkommen leben und Kinder zur Schule gehen Die Kindernothilfe mit Sitz in Duisburg fördert in 985 Projekten Mädchen und Jungen in 28 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa.
Informieren und Mitmachen!
Wollt Ihr Euch an der Fairen Woche 2010 beteiligen (Diesjähriges Motto: Fair schmeckt mir)? Habt Ihr Ideen und braucht ihr noch Unterstützung? Oder wollt ihr einfach erfahren was die Faire Woche ist und welche Möglichkeit das Themenfeld bietet? Dann sprecht mich noch heute an!
Weiter Informationen zur Aktionswoche:
Rezeptheft 2009 Rezeptheft 2008 weitere Rezepthefte hier.
Faire Woche mit Materialien, Rezeptvorschlägen und Veranstaltungskalender
Das Welthaus Bielefeld mit Informationen und Aktionsvorschlägen
Schokobox - so kann man auch Kinder an das Thema heranführen
Transfair - Weltladen Dachverband - Forum Fairer Handel - bieten eine gute Übersicht zum Thema Fairtrade
Informationen über Auswirkungen des Fairen Handels der letzten 10 Jahre hier.
Informationen zum Klimawandel als neuer Herausforderung für Fairtrade hier.
Informationen zu Fairtrade-Towns findet ihr hier.
Informationen zum Thema Fairtrade bei Kinder- und Jugendfreizeiten und zur Anmeldung hier.

