Behörde, nimm die faire Möhre!
BDKJ: Öffentliche Hand soll Aufträge nach ökologischen, regionalen und
fairen Kriterien verteilen. Neues Vergaberecht ist notwendig.
Düsseldorf, 17. August. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend
ruft Behörden und Politik zu einer verantwortungsbewussten Einkaufsstrategie
auf. „Viel zu selten wird in der öffentlichen Beschaffung nach
den menschen- und umweltrechtlichen Herstellungsbedingungen gefragt.
Die öffentliche Hand hat eine große Marktmacht und muss deshalb mit
gutem Beispiel vorangehen“, so BDKJ-Bundesvorsitzender Dirk Tänzler.
Das Volumen aller öffentlichen Aufträge schätzt der Städte- und Gemeindebund
auf rund 360 Milliarden Euro pro Jahr.
Dabei würden Unternehmen zu Aufträgen aus öffentlichen Kassen kommen,
die bei sich oder Zulieferern Verletzungen von Menschen- und Arbeitsrechten
dulden, den Klimaschutz missachten oder Dumpinglöhne zahlen. Ob Bekleidung,
Lebensmittel oder Dienstleistungen für Polizei, Krankenhäuser oder Kindergärten:
„Wir setzen uns dafür ein, dass die aus öffentlichen Mitteln subventionierte
Ausbeutung von Mensch und Umwelt aufhört“, so Tänzler. Deshalb
fordert er: „Soziale und ökologische Kriterien und deren Kontrolle müssen verpflichtend
und langfristig im deutschen Vergaberecht festgeschrieben werden.“
Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern sind diese in Deutschland
lediglich als „Kann-Vorschrift“ formuliert.
Dabei gibt es gute Beispiele: Mittlerweile haben über 70 deutsche Kommunen
beschlossen, keine in Kinderarbeit hergestellte Produkte mehr zu kaufen. „Die
neue Bundesregierung muss Rahmenbedingungen für die Umsetzung sozialer
und ökologischer Kriterien schaffen“, so Tänzler. Diese und weitere Forderungen
stellt der BDKJ auf der Jugendwahl-Seite http://www.wahlheld.de/ und
http://www.wahlheldin.de/. Politiker/-innen der fünf großen Parteien nehmen ab heute
dazu Stellung. Hier gibt es auch Infos zu „Kritischem Konsum“ und Klimapolitik.
Die katholischen Jugendverbände sind Mitinitiator des Fairen Handels in
Deutschland, Mitglied der „Klima-Allianz“ und der „Kampagne für Saubere
Kleidung“. Weil sich die „Coca-Cola-Company“ aus Sicht des BDKJ nicht genügend
für den Schutz von Mitarbeitenden und Umwelt einsetzt, boykottiert er
seit zwei Jahren deren Produkte. Behörde, nimm die faire Möhre!
Informationen zum 13. Kinder und Jugendbericht der aej zum Thema
„Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen- gesundheitsbezogene Prävention
und Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe" - ein Blick auf
junge Menschen mit Migrationshintergrund - hier.
Informationen zur Ökumene und zu internationalen Begegnungen hier.



