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Impulstag „Kinder- und Jugendvertretungen: begleiten – beteiligen – bestärken" in Künsebeck

Am 20. November kamen 29 Haupt- und Ehrenamtliche aus der evangelischen Jugendarbeit in Künsebeck (Halle) zusammen, um beim zweiten Impulstag zum Kinder- und Jugendvertretungsgesetz (KJVG) konkrete Umsetzungsschritte zu diskutieren und voneinander zu lernen. Veranstaltet vom Amt für Jugendarbeit der EKvW und moderiert von Jendrik Peters (CVJM Westbund) sowie Burkhard vom Schemm (Handlungsfeld Ehrenamt), stand der Tag ganz im Zeichen des praktischen Erfahrungsaustauschs.

Von der Theorie zur Praxis
Während beim ersten Impulstag im April die rechtlichen Grundlagen und grundsätzlichen Fragen der Beteiligung im Mittelpunkt standen, ging es diesmal mehr um das konkrete Machen: Wie lässt sich das KJVG vor Ort umsetzen? Welche ersten Erfahrungen gibt es bereits? Und wie können sich unterschiedliche Akteure gegenseitig unterstützen?

Erfahrungen aus Münster zeigen einen Weg
Lea, Svenja und Alicia gewährten Einblicke in ihre Arbeit in Münster, wo sich ein bemerkenswerter Ansatz entwickelt hat: Die jungen Ehrenamtlichen bestimmen konsequent die Ideenfindung und Entscheidungsprozesse. Die Hauptamtlichen verstehen sich dabei bewusst als Prozessbegleitung – eine Rollenverschiebung, die neue Dynamiken freisetzt. Besonders beeindruckend ist die Achtsamkeit für die vielfältigen Perspektiven aus den unterschiedlichen Gemeinden. Dabei bewegt das Münsteraner Team eine spannende Frage: Wie lässt sich eine Geschäftsordnung gestalten, die den lebendigen Esprit der Gruppe bewahrt und gleichzeitig Struktur für schwierige Zeiten bietet? Denn eine Ordnung kann Halt geben, wenn Motivation schwindet oder Konflikte entstehen. Die Herausforderung liegt darin, Verbindlichkeit zu schaffen, ohne die erlebte Freiheit und Kreativität einzuschränken.

Gemeinsam stark: Kooperation mit freien Trägern
Jendrik Peters beleuchtete die Chancen, die in der Zusammenarbeit mit freien Jugendverbänden liegen. Am Beispiel des CVJM zeigte er auf, wie sich kirchliche und verbandliche Jugendarbeit ergänzen und gegenseitig bereichern können. Diese Kooperationen eröffnen neue Perspektiven für die Beteiligung junger Menschen und erweitern das Netzwerk der Engagierten.

Neue Unterstützung: Das Lotsenteam KJVG
Ein besonderes Highlight war die Vorstellung des „Lotsenteams KJVG" durch Sarah Krawiec. Dieses ehrenamtliche Team bietet ab sofort konkrete Unterstützung an: Kirchenkreise und Regionen können das Lotsenteam für einen Workshoptag einladen. Dort erleben Jugendliche Beteiligung direkt und praktisch – ein niedrigschwelliger Einstieg, um eine Kinder- und Jugendvertretung ins Rollen zu bringen. Das Angebot stieß auf großes Interesse und wurde als wichtige Brücke zwischen Idee und Umsetzung wahrgenommen.

Barcamp: Die brennenden Fragen
Im Barcamp-Format konnten die Teilnehmenden eigene Themen einbringen und vertiefen. Unter den verschiedenen Diskussionen stachen drei Aspekte besonders hervor: der konstruktive Umgang mit Widerständen gegen Veränderungsprozesse, die sich wandelnde Rolle der Hauptamtlichen im Beteiligungskontext sowie die notwendige Transformation traditioneller Gremienarbeit. Die Diskussionen machten deutlich, dass das KJVG nicht nur strukturelle, sondern auch kulturelle Veränderungen in der kirchlichen Jugendarbeit anstößt.

Weiter auf dem Weg
Der zweite Impulstag hat gezeigt: Die Umsetzung des KJVG schreitet voran. Immer mehr Kirchenkreise unternehmen konkrete Schritte, und durch Angebote wie das Lotsenteam wird praktische Unterstützung greifbar. Die engagierten Hauptamtlichen tragen die Impulse nun in ihre Regionen und gestalten gemeinsam mit jungen Menschen mutig die Zukunft der kirchlichen Jugendarbeit.

Weitere Informationen:
Weitere Details zum KJVG, Materialien und Unterstützungsangebote wie das Lotsenteam finden Sie direkt hier auf der Webseite (www.ev-jugend-westfalen.de/kjvg-infos).

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