Einzelansicht

Kirchentag: „Politik ist für euch und von euch“ - Podium Politik trifft Jugend auf dem Kirchentag

Zwei Politiker, zwei Moderatorinnen, eine Bühne. Im Publikum: viele Kinder und Jugendliche, mit Interesse und einem riesigen Berg an Fragen. Hier trifft Politik auf Jugend und Jugend auf Politik und das beim Kirchentag in Dortmund...

Zwei Politiker, zwei Moderatorinnen, eine Bühne. Im Publikum: viele Kinder und Jugendliche, mit Interesse und einem riesigen Berg an Fragen. Hier trifft Politik auf Jugend und Jugend auf Politik.

 

Am Donnerstag, den 20.06.2019 fand im Zentrum Jugend von 14-15:30 Uhr die Podiumsdiskussion „Politik trifft Jugend“ statt und fand großen Anklang: beinah das gesamte Zelt 1 war gefüllt mit Besuchern, die gekommen waren, um sich das Zusammentreffen des SPD-Politikers Dr. Lars Castelluci und des jungen FDP-Mitglieds und Jurastudenten Roman Müller-Böhm anzusehen und aktiv Teil der Diskussionsrunde zu werden. Denn hierbei handelte es sich um eine interaktive Veranstaltung, bei der sich jeder mit Fragen und Statements einbringen konnte.

Das Format war strukturiert: bei der mehrmals stattfindenden Veranstaltung waren je zwei Politiker zu Gast. Es sollte ein Raum für Kommunikation zu Themen mit dem Fokus auf den Bereich Jugend sein, wie die zwei moderierenden Studentinnen und Mit-Organisatorinnen aus dem Arbeitskreis Jugendpolitik des CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) zu Beginn erklärten. Die Zeit war zudem in drei Gesprächsrunden aufgeteilt. In der Eröffnungsrunde hatten beide Politiker jeweils 100 Sekunden Zeit, ein grundlegendes Statement zu aktuellen politischen Themen und ihrer Position abzugeben. Anschließend konnten die Besucher über das interaktive Programm Mentimeter (mentimeter.com) über ausgewählte Fragen abstimmen, die von Castelluci und Müller-Böhm auch kommentiert wurden. In der dritten Gesprächsrunde hatten nun auch die politisch interessierten Jugendlichen Gelegenheit, ihre Anliegen frei nach dem Motto „Es gibt keine dummen Fragen“ vorzubringen.

Bei den Eingangs-Statements ließ sich eine Schnittmenge bei den Politikern feststellen: beide beriefen sich auf Vertrauen und Verantwortung, die alle in einer Demokratie gemeinsam zu tragen hätten. Die Abstimmungsfragen deckten eine Bandbreite an aktuellen Themen ab: Die Diskussion um das Wahlrecht ab 16, ob Politik auf Youtube sinnvoll oder peinlich sei, zu welchen Maßnahmen im Klimaschutz und welchem Engagement in der Politik die Jugendlichen selbst bereit seien, und einige mehr. Bei der dritten Gesprächsrunde kamen Fragen zum Datenschutz, besonders auf Artikel 13 bezogen, persönliche Fragen („Wieso haben Sie sich genau für Ihre Partei entschieden?“) und kritische Stimmen wie „Wie sollen die Interessen unserer Generation denn konkret durchgesetzt werden?“ wurden geäußert.

Engagement und Meinungsbildung, das stand über der gesamten Veranstaltung. Man merkte, dass sich die Jugendlichen nicht mit ungenauen ausweichenden Antworten zufrieden gaben, sondern auch mal nachhakten. Es entstand eine rege Diskussion. Immer wieder nutzten Castelluci und Müller-Böhm die Gelegenheit, dazu aufzurufen, dass man sich am besten direkt über eine Partei engagieren solle. Nur so könne man selbst an der Veränderung mitwirken, die man sich selbst wünsche.

Einmal mehr hat sich hier gezeigt, dass der Kirchentag gesellschaftlich relevante Entwicklungen aufgreift und über die Themen des Glaubens hinaus geht. Bei den weiteren Ausgaben des Formats „Politik trifft Jugend“ auf dem Kirchentag ging es allerdings neben Politik auch um die Rolle von Kirche und Glauben und eine Verbindung beider Bereiche.

Leonie Ndoukoun