Frauen/Männer

Runder Tisch Mädchenarbeit

Der "Runde Tisch Mädchenarbeit" dient der Vernetzung von Frauen in der Evangelischen Jugend von Westfalen, die Mädchengruppen leiten, Mädchenprojekte durchführen, Mädchenfreizeiten anbieten oder auch grundsätzlich mit Mädchen arbeiten. An zwei Terminen im Jahr tauschen sich die Kolleginnen aus, beraten sich gegenseitig und bekommen neue Impulse für die eigene Arbeit. Aktuelle Fragen aus der Mädchenarbeit werden aufgegriffen und auch aus dem Blickpunkt Gender Mainstreaming betrachtet.


Geschlechtsspezifische Arbeit

Durch gesellschaftliche Erwartungen und Zuschreibungen, die von biologischen Geschlechtsmerkmalen abgeleitet werden, entsteht eine Ungleichwertigkeit von Frauen und Männern.
 
Evangelische Jugendarbeit mit Mädchen und Frauen, Jungen und Männern hat zum Ziel, diese Ungleichwertigkeit aufzuheben und Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu erreichen. Selbstbestimmung als Ziel für Frauen und Männer beinhaltet dann, persönliche Fähigkeiten, Vorstellungen und Wünsche verwirklichen zu können, unabhängig von traditionellen Geschlechterrollen.
 
Auf der Basis der Dimension dieser ”sozialen Geschlechtszugehörigkeit” (gender) gibt es in der Evangelischen Jugend - neben koedukativen Arbeitsformen - pädagogische Angebote ausschließlich für Mädchen bzw. Jungen. Diese geschlechtsspezifische Arbeit ist eine Querschnittsaufgabe. Voraussetzung für diese Arbeit ist die Reflexionsbereitschaft der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Bezug auf ihre weibliche bzw. männliche Identität, auch bezogen auf ihre Berufsrollen.

a) Parteiliche Arbeit für Mädchen und Frauen
In der Mädchenarbeit geht es darum, Mädchen Frei- und Erlebnis-Räume und Anregungen auf ihrem Weg der individuellen Entwicklung und Selbstfindung zu geben. Zielsetzung ist es, die ”soziale Konstruktion” von Weiblichkeit durchschaubar zu machen. Ziel ist es auch, dass Mädchen und Frauen aktiv ihr individuelles Leben, Gesellschaft und Politik gestalten.
 
In der Praxis der Evangelischen Jugendarbeit treffen Mädchen auf vielfältige Angebote. So gibt es Mädchengruppen, Mädchentreffs, Mädchenfreizeiten, Mädchenaktionstage, Internetarbeit für Mädchen, Mädchentheatergruppen und Mädchenbildungsseminare.

Das Heft von 2004 enthält Erfahrungen, Positionen, Leitlinien und Beispiele aus der Praxis
Heft Momente Extra zur Mädchenarbeit in der Evangelischen Jugend von Westfalen
Spiel zur Sensibilisierung der Rolle als Frau
Spiel Brave Mädchen - Böse Mädchen
Das Plakat zum Jubiläum enthält eine Beschreibung und Verortung der Veranstaltung
Plakat zum 20jährigen Villigster Mädchen- und Frauentreffen (bei Klick Download)

Villigster Mädchen- und Frauentreffen

Auf Landesebene findet diese Arbeit ihre Realisierung in den Villigster Mädchen- und Frauentreffen.
Die Treffen werden jährlich als ein generationsübergreifendes KULTURFEST in Sachen weiblicher Standpunktsetzung von der Evangelischen Jugend von Westfalen veranstaltet. Informationen zu aktuellen Veranstaltungen und einen Rückblick auf die vergangenen 21 Jahre erhält man ...hier.

 

b) Reflektierte Arbeit mit Jungen und Männern 

Ausgangspunkt ist ein neuer und gezielter Blick auf Jungen, auf ihre Bedürfnisse, Stärken, Interessen, Schwächen, Fähigkeiten und Probleme. Ziel ist es, ihre Identitätsbildung und damit ihre Entwicklung zu gefühlsorientierten, empathischen, sozialverantwortlichen und selbstreflexiven Persönlichkeiten zu fördern. Jungen sind der Ausgangspunkt von pädagogischen, prozessualen und strukturellen Überlegungen. Sie werden dabei in ihrer Geschlechtsrolle wahrgenommen.
 
Reflektierte Jungenarbeit ist für die Entwicklung eines partnerschaftlichen Geschlechterverhältnisses notwendig. Voraussetzung ist die Reflexionsbereitschaft der Mitarbeiter in Bezug auf ihre männliche Identität, vor allem auch bezogen auf ihre Berufsrolle. 

Reflektierte Jungenarbeit wird in der Ev. Jugend als Ouerschnittsaufgabe und als eigener Handlungsschwerpunkt wahrgenommen. Jungenarbeit ist Aufgabe und Herausforderung an die Männer, die als haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Ev. Jugend Jungen begegnen, sie begleiten und gemeinsam mit ihnen Erfahrungen machen. Reflektierte Jungenarbeit setzt die Auseinandersetzung mit der eigenen Männlichkeit voraus. Jungen brauchen heute mehr denn je erwachsene Männer, die Willens und in der Lage sind, mit ihnen in Kontakt zu kommen und sich als Partner zurück Auseinandersetzung anbieten. Evangelisches Selbstverständnis ist es, Jungen nicht defizitorientiert zu sehen, die in erster Linie Probleme machen oder Probleme haben (ohne beides in Abrede zu stellen), sondern danach zu fragen, was Jungen heute brauchen, was sie stark macht und wie wir ihnen Partner bei ihrer Entwicklung - besonders zu einer positiven männlichen Identität - sein können.
Ziel ist es nicht, Jungen zu einem bestimmten Männlichkeitsbild zu erziehen, sondern mit ihnen im Sinne von Verständigungsarbeit danach zu fragen, was gut oder eher schlecht für sie ist, was Männlichkeit sein kann und wie wir das Zusammenleben von Männern und Frauen gestalten können.
Zu den Angebotsformen und Arbeitsansätzen der reflektierten Jungenarbeit in der Ev. Jugend gehören erlebnispädagogisch orientierte Maßnahmen, Söhne - Väter Projekte, Spiel- und Übungsansätze des Kämpfens, Jungengruppen, u.a.m. Die Zielrichtung der Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit der Genderarbeit stellt eine sinnvolle Ergänzung zur reflektierten Jungenarbeit dar.
Aufgabe für die Zukunft wird es sein, die vorhandenen Ansätze von Jungenarbeit in der Ev. Jugend zu stärken, Männer als Jungenarbeiter zu qualifizieren, neue Angebotsformen zu entwickeln und durch konzeptionelle Arbeit das Handlungsfeld weiter zu entwickeln.

Literaturempfehlungen:
Kampfesspiele
Josef Riederle, Hrsg. Gewalt Akademie Villigst im Amt für Jugendarbeit 2003
Wo rohe Kräfte sinnvoll walten
Handbuch zum Ringen, Rangeln und Raufen in Pädagogik und Therapie
W. Beudels / W. Anders, verlag modernes lernen borgmann publishing, Dortmund, 2001

Hilfreiche Internetseiten:
www.lagjungenarbeit.de
www.kraftprotz.net

Das Amt für Jugendarbeit bietet Mitarbeiterschulungen, Vorträge und Seminare zur reflektierten Jungenarbeit an, sowie Workshops zur gewaltpräventiven Arbeit mit Jungen.


Ansprechpartnerin im Amt für Jugendarbeit der EKvW

Meike Zeipelt
Tel. 02304-755-228
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Gudrun Kirchhoff

Monika Kahl
Telefon 0 23 04 - 755 - 180
Fax 0 23 04 -755-248
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