Dienst auf dem Planeten

Gesamtschüler legten in Marokko Garten an

Vom 2.-16. Oktober haben sich 15 Schüler der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule aus Gladbeck nach Nador/Marokko aufgemacht. Begleitet wurden sie von ihren Lehrern Guntram Seippel und Serpil Dönmez, sowie Thomas Dreessen vom Amt für Jugendarbeit der Ev. Kirche von Westfalen. Dort nahmen sie an dem Projekt „Trees for Life“ teil. Sie legten einen Garten mit Olivenbäumen an, der mit einer solarbetriebenen Pumpe bewässert wird. Hier einige Bilder...

"Die Epochenaufgabe lautet: Wir müssen miteinander leben lernen!" Freya von Moltke


Ziele
Gesellschaftliche Inklusion im planetarischen Horizont unseres gemeinsamen Lebens.
Moral equivalent of war! (William James/ Rosenstock-Huessy)
Methode:
Lebensbildung – Wertebildung - Herzensbildung
Menschen verschiedener Milieus, Nationalität, Religion, Alter etc. leben und arbeiten auf Zeit zusammen in einem gemeinsamen Dienst für das Gemeinwohl auf unserem Planeten.
Der Dienst kann  lokal und international durchgeführt werden. Er erzeugt soziale Kompetenz und Herzensöffnung für das verantwortliche Leben und Zusammenarbeiten. Das wichtigste: „Wir haben neue Freunde gewonnen!“(Schüler und Azubis 2012, 2013, 2014)
Intergenerativ – Ältere erleben einen Lebenshöhepunkt als Lehrer und Ermöglicher, Jüngere erhalten die Möglichkeit sich zu bewähren im Einsatz für Menschen oder Natur in Not. Sie erhalten die Möglichkeit sich mit ihren Fähigkeiten an einer bestimmten Stelle einzusetzen.
Sozialraumbasiert – dadurch wird die Erfahrung zur nachhaltigen Verhaltensprägung, denn der eigene Lebenskontext anerkennt diese Erfahrung und Leistung als wichtig für die gemeinsame Zukunft. Die Beteiligung der Wirtschaft ist dabei wesentlich.
Die Wurzeln des Projektes liegen in den 1920er Jahren in Deutschland.(Rosenstock-Huessy/ Löwenberger freiwilligen Arbeitslager). Ihre wichtigste Frucht `damals bildete der Kreisauer Kreis.
Projektformate
A. Azubis aus Betrieben im Ruhrgebiet – dann NRW - ab 18 Jahren, in der Regel Ende 1. Oder 2. Lehrjahr
Zielgruppe Jugend: Azubis aus einem großen Unternehmen oder mehreren kleineren Unternehmen an einem Ort in NRW mit verschiedener Sprache, Kultur, Religion, Weltanschauung  in Kooperation mit Azubis aus einer Städtepartnerschaft, einer ökumenischen Partnerschaft oder der Herkunftsheimat von Jugendlichen (zBsp. Türkei).
Beteiligung von Erwachsenen beweist den Jugendlichen die Wichtigkeit ihres Einsatzes: Du wirst gebraucht! Ihr werdet gebraucht! Nachhaltigkeit wird erzeugt durch die Ausbilder, durch Kooperation mit Partnerschaftsaktivisten im Sozialraum, durch öffentliche Sendung in die Projekte und öffentlichen Empfang und Ehrung durch Repräsentanten, gegebenenfalls auf Festen der Stadt und durch die Unterstützung von Milieus, Familien, Gemeinschaften.
Für die Realisierung solcher Projekte mit kleineren Unternehmen hat das Jugendministerium seine Hilfe angeboten.
Beispiel:
Nadeshda 2012: In Kooperation des Bergwerks Prosper Haniel, der Stadt Bottrop, der evangelischen Kirche Bottrop, der IGBCE, der Männerarbeit der Kirche und des Amtes für Jugendarbeit der EKvW lebten und arbeiteten 15 Azubis aus Bottrop, 15 Azubis aus Belarus, mit ihren Ausbildern und dem ehrenamtlichen Team der Männer und der pädagogischen Begleitung durch einen Referenten der Jugendarbeit 16 Tage zusammen. Sie haben für die Kinder von Tschernobyl deren Ferienschlafhäuser gemeinsam elektrisch grunderneuert. Sie haben die Lebenswelten und die Kultur der belarussischen Kollegen kennengelernt und sind der deutsch-belarussischen Geschichte lebendig begegnet.
2013 folgte daraus ein Gegenbesuch der belarussischen Kollegen im Ruhrgebiet. Anstelle der gemeinsamen Arbeit wurde beim Gegenbesuch ein gemeinsames Seminar durchgeführt zu Solartechnik für Elektriker. Sergej, ein belarussischer Azubi kommentierte begeistert: „Hier haben wir für die Zukunft unserer Kinder gelernt!“
Die ehrenamtlichen und die Ausbilder haben jetzt die Initiative Bobbies (Bottroper begeisterte Bürger im Einsatz e.v.) gegründet. Sie haben weitere Menschen gewonnen und in Zusammenarbeit mit der Ausbildung von Thyssen Steel ein zweites Azubi Projekt in Belarus 2014 durchgeführt.
B. Schüler und Schülerinnen ab 14 Jahren (nach Konfirmation und Kommunion etc.)
Zielgruppe: Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Schulformen einer Stadt in interkulturellen Mischungen. Projektrealisierung mit internationalen oder ökumenischen Partnern. Die gemeinsame Arbeit für das gemeine Wohl an der Erde (hier: Bäume für das Klima; Gärten für das Leben „Super potager“ ; Stadtgärten )  schafft nachhaltige Freundschaft – Wir-Gefühl über die kulturellen und sozialen Grenzen hinweg und eine grundlegende Achtung vor und Verantwortung für unsere gemeinsame Lebensgrundlage Erde.
Beteiligung von Erwachsenen beweist den Jugendlichen die Wichtigkeit ihres Einsatzes: Du wirst gebraucht! Ihr werdet gebraucht!  Nachhaltigkeit wird erzeugt durch die Kooperation mit Partnerschaftsaktivisten im Sozialraum, durch öffentliche Sendung in die Projekte und öffentlichen Empfang und Ehrung durch Repräsentanten, gegebenenfalls auf Festen der Stadt und durch die Unterstützung von Milieus, Familien, Gemeinschaften und Anerkennung in den Schulen.
Beispiel:
Workcamp „Trees for Life- Hayat için a?aç“:im Okt 2013 wurden  1000 Bäume in Giresun Stadt und in alpinen Höhen gepflanzt von Jugendlichen aus Marl und aus Giresun. Die Schüler aus Marl waren nicht-religiöse, christliche, muslimische SchülerInnen der Sek I und II aus mehreren Schulen. Auf Einladung des Vali von Giresun/Schwarzmeerküste lebten und arbeiteten sie zusammen mit Schülern und Schülerinnen der Partner-Schule in Giresun. Das Projekt wurde realisiert und begleitet vom  Jugendkulturzentrum „Kunterbuntes Chamäleon“ der Ev. SchülerInnenarbeit in Westfalen, Hagen-Berchum,  und der Ev. Jugend von Westfalen, Haus Villigst. Es wurde durchgeführt im Rahmen des 13.Abrahamsfest Marl als Gestaltung der Partnerschaft.
Die Schüler und Schülerinnen sind von Ihrer Stadt als deren Botschafter verabschiedet und empfangen worden. So wurde diese Erfahrung zu einer Erfahrung von vielen und hat nachhaltig die Teilnehmenden geprägt und ihre Persönlichkeit entwickelt.
Gladbeck/Villigst den 20.10.2014    Thomas Dreessen
Kontakt:
Amt für Jugendarbeit der EKvW
Thomas Dreessen    Thomas.dreessen@afj-ekvw.de
www.ev-jugend-westfalen.de