EJKW 2015

EJKW 2015 - Gewappnet für die Zukunft und aktuelle Herausforderungen

Vom 25.09. bis 27.09. hat dieses Jahr die Evangelische Jugendkonferenz von Westfalen (EJKW) in der Evangelischen Jugendbildungsstätte Tecklenburg getagt. 58 Gäste aus 17 Kirchenkreisen und 2 Verbänden beschäftigten sich das Wochenende mit dem Thema „Jugendarbeit 2020“.

Zu Beginn der Konferenz galt es, sich gegenseitig auf den aktuellen Stand zu bringen: Berichte aus den Kirchenkreisen und Gremien wurden vorgetragen.

Jugend 2020
Der Samstag stand ganz im Zeichen des Themas „Jugendarbeit 2020“, zunächst durch ein Impulsreferateferat dann durch die Weiterbearbeitung in Workshops.
Den einführenden Hauptvortrag hielt Gast-Referent Prof. Dr. Bernd Beuscher von der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum.
Sein zentraler Leitgedanke zum Thema war, dass Kinder und Jugendliche ein Recht darauf haben, sich zu eigenständigen Individuen zu entwickeln. Nur durch eigenes Denken und auch durch das machen von Fehlern werden aus Jugendlichen selbständige Erwachsene. Es sei aber zu beobachten, so Beuscher, dass insbesondere Eltern dieses Recht zunehmend beschneiden.
Überbehütend und Überkümmernd wirkten sie auf ihre Kinder ein, so dass eigene Erfahrungs- und Erlebnishorizonte sowie Eigenverantwortung und selbständiges Denken auf der Strecke blieben. Dies führe zu einer großen Verunsicherung der Jugendlichen.
Jugendarbeit könne und solle gerade auf diesem Hintergrund auch in Zukunft ein Raum der „Zumutung“ sein. Durch Arbeit mit Eltern hingegen verhindere Jugendarbeit strukturell die Abnabelung der Jugendlichen.
Zukunftsorientiert arbeiten heiße auch, nicht nur die klassischen Orte der evangelischen Jugendarbeit zu bespielen (Gemeindehäuser etc.), sondern die Orte zu wählen, an denen Jugendliche tatsächlich seien, gab Beuscher den Zuhörenden mit auf den Weg. Ebenso müsse sich die Evangelische Jugend der Frage stellen, wie wir in einer multikulturellen Gesellschaft zusammen leben könnten und was dies insbesondere für die evangelische Jugendarbeit bedeute.

Workshops
Die anschließenden Workshops griffen den Blick in die Zukunft auf. Im Workshop „Traumwerkstatt“ wurde auf dem Gehörten des Vormittags aufgebaut, mit dem besonderen Fokus auf die Fragestellung nach Zeiten, Strukturen, Milieus, Orten und Kommunikation. Weitere zwei Workshops nahmen die Dimension der sozialen Netzwerke und der Öffentlichkeitsarbeit in den Blick.

Geflüchtete
Nicht nur die zukünftigen Herausforderungen, sondern auch die ganz aktuellen wurden im Workshop „junge Geflüchtete“ bearbeitet. Dieses Thema nahm auf der EJKW auch im weiteren Verlauf eine besondere Rolle ein.
Die Teilnehmenden hatte die Ehre, die Ersten zu sein, denen die von der Jugendkammer der EKvW verabschiedete Broschüre „Junge Geflüchtete in der evangelischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen“ öffentlich präsentiert wurde.
Hendrik Meisel, stellvertretender Vorsitzender der EJKW und ehrenamtliches Jugendkammermitglied, und Mathias Neumann, Delegierter des Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken und ebenfalls ehrenamtliches Jugendkammermitglied, hatten ganze Arbeit geleistet. Im Auftrag der Jugendkammer und mit Unterstützung des Landesjugendpfarrers Udo Bußmann, erarbeiteten sie in einem rasanten Tempo, diese Mutmach-Broschüre für Haupt- und Ehrenamtliche in der EKvW.
„Wir wollten dieses Thema so bearbeiten, damit es von den Menschen an der Basis direkt genutzt werden kann“, so Hendrik Meisel zur Umsetzung der Broschüre.
Alle Informationen zu der Broschüre und Downloads (Broschüre und Label) finden sich unter folgendem Link: http://www.ev-jugend-westfalen.de/service/strukturen/jugendkammer/broschuere-junge-gefluechtete/

Resolution
Aus den Diskussionen der Jugendkonferenz zum Thema Geflüchtete ist abschließend eine Resolution verabschiedet worden. „Es ist uns, den ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden der Evangelischen Jugend nicht egal, dass Erwachsene, Jugendliche und Kinder aus ihrer Heimat fliehen müssen und sie Gefahren und Leid auf sich nehmen. Und es ist uns nicht egal, wie sie in Deutschland aufgenommen werden.“, kommentierte Erich Reinke, Vorsitzender der Konferenz den Beschluss.  
Die Resolution ruft auf, christliche Verantwortung zu übernehmen, Fremdenfeindlichkeit entschieden entgegen zu treten und sich zu einer vielfältigen und bunten Gesellschaft zu bekennen. Des Weiteren wird Kirche dazu ermutigt, Räume für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen und die Politik wird aufgefordert, Gründe und Ursachen für Fluchtbewegungen zu bekämpfen.
(Die ganze Resolution ist ebenfalls unter dem oben angegebenen Link zur Broschüre zu finden.)

Und sonst noch...
Julia Kreuch und Britta Däumer traten aus dem Vorstand zurück und wurden mit Dank für ihren Einsatz und die geleistete Arbeit verabschiedet.
Die nun neu freigewordenen Stellen wurden in einem Wahlvorgang unmittelbar neu besetzt. Den Vorstand der EJKW ergänzen nun Jana Michler (ehrenamtliche Delegierte des Kirchenkreises Iserlohn) und André Hagemeier (geschäftsführender Jugendreferent de Kirchenkreises Schwelm).

Des Weiteren wurde erneut eine Satzungsänderung verabschiedet. Die Änderungen differenzieren nochmals die Voraussetzungen zur Delegation und die Bedingungen zur Wahl von Delegierten in den Vorstand.

30.09.2015
Anja Lukas-Larsen


Einblicke

Zeugnis intensiver Arbeit.
Auf der EJKW enstanden viele Arbeitsergebnisse.
Entstanden im Plenum und Workshop
Die Basis für weitere Arbeit in der Zukunft.
Und noch mehr Ergebnisse.
Worshopphase
Veranschiedung von Julia Keuch.
Berabschiedung von Britta Däumer.
Der Wahlvorgang
André Hagemeier - der Neue im Vorstand.
Auswertungsscheibe - Was war gut? Was hätte besser sein können?
Gemeinsame Arbeit steht auf der EJKW im Mittelpunkt.
Ergebnisse werden festgehalten.
Vieles gab es zu hören.
Meike Zeipelt und Erich Reinke bei der Arbeit.
Absprachen zwischen Udo Bußmann und Hendrik Meisel.
Austausch, Diskussion und Meinungsbildung.
Mögliche Themen für die EJKW 2016.

Einblicke

Die Band in diesem Jahr: Teelicht aus dem Kirchenkreis Minden.
Präsentation des Labels "nicht egal"
Die stolzen Autoren der neuen Broschüre.
Videogrußwort eines jungen Geflüchteten aus Dortmund.
Pressebild mit Broschüre - (v.l. Mathias Neumann, Hendrik Meisel und Udo Bußmann).
Die Delegierten stellen sich vor. Durch Steckbriefe konnte man mehr von den anderen erfahren.
Zum Glück gab es auch reichlich Sonne, wenn auch etwas wenig zeit diese zu genießen.