Jahresplakat

Jahresplakat 2022 - "Schön, dass du da bist!"

Mobbing

Mobbing ist unter Kindern und Jugendlichen ein verbreitetes Phänomen – das zeigt nicht nur die PISA-Studie, sondern auch eine Umfrage von UNICEF Deutschland aus dem Jahr 2019. Nach dieser sind 14 Prozent der Befragten schon einmal im Internet, 16 Prozent in der Freizeit und 30 Prozent in der Schule oder auf dem Schulweg gemobbt worden. Angesichts dieser Zahlen überrascht es nicht, dass sich viele Kinder in Deutschland an ihrer Schule nicht sicher oder wohlfühlen.
Mobbing hat viele Gesichter. Besonders häufig sind verbale und psychische Formen, es kommt aber auch zu physischer Gewalt. Anlass für Mobbing können zum Beispiel der Körper oder die Herkunft des Opfers sein. Damit ist Mobbing eine Form der Diskriminierung. Wichtig ist zu betonen, dass das Opfer in der Regel keine Schuld an seiner Situation trägt.


Cybermobbing
Cybermobbing findet häufig in Form beleidigender oder hasserfüllter Kommentare im Netz statt. Oft werden auch diffamierende Nachrichten, Fotos oder Videos verbreitet, wobei die Absender anonym bleiben können. Ein zentraler Schauplatz für Cybermobbing sind soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram. Dass Cybermobbing als Phänomen eine echte Relevanz erreicht hat, zeigt der Kenntnisstand zu diesem Thema. Kinder und Jugendliche besitzen eine große Vulnerabilität gegenüber Angriffen aus dem Netz. Studien zeigen, dass viele Kinder negative Erfahrung im Internet machen, andere erleben in ihrem Umfeld, wie dritte Personen im Internet oder über das Handy gemobbt werden. 

Hilfsangeboten
Für Kinder und Jugendliche ist es häufig schwierig, in Mobbing-Situationen eigenverantwortlich Lösungen zu finden. Eine Umfrage unter Eltern zeigt, welche Arten von Unterstützung bei Cybermobbing als besonders sinnvoll empfunden werden, wie zum Beispiel Anti-Gewalt-Trainings an Schulen oder auch Fortbildung an Bildungsstätten. 

Quelle: Statista Research Department, 17.06.2021

Mobbing - nicht bei uns!

Die Evangelische Jugend von Westfalen will keinen Raum geben für Ausgrenzungen und Beleidigungen jeder Art. Deshalb will das Jahresplakat aktiv gegen Mobbing sensibilisieren. Es gibt gut erarbeitete und lang erprobte Methoden im Kontext Jugendarbeit und auch Schule, mit Hilfe derer mit Kindern und Jugendlichen zum Thema Mobbing gearbeitet werden kann. Ein Klassiker war immer die Arbeitshilfe der Gewalt Akademie Villigst. Diese liegt, nach dem sie vergriffen war, nun komplett überarbeitet und erweitert vor.

Material zum Thema Mobbing

Dieses Buch aus der Zebra-Edition liefert Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten gegen die „stille Gewalt“. Vermittelt werden theoretische Kenntnisse und praktische Übungen und Methoden, um wirkungsvolle Handlungsstrategien für den sensibilisierenden Umgang mit Mobbing zu entwickeln. Komplett überarbeitete Neuauflage, 204-seitig, 2021.
Auch wenn in den Beschreibungen überwiegend das Bezugsfeld Schule benannt wird, so sind die vorgestellten Interventions- und Präventionsmöglichkeiten auf viele andere formale Gruppenstrukturen übertragbar. Mobbing findet nämlich in der Regel in solchen formalen Gruppenstrukturen statt (z.B. Schulklassen, Wohngruppen, Arbeits- und Ausbildungsstellen, Sportvereinen etc.). 

Trotz zunehmender Sensibilisierung und einer Vielzahl vorhandener Ratgeberliteratur und Interventionskonzepten verschiedener Fachstellen bzw. Anbieter, sind viele Menschen im konkreten Umgang mit dem Phänomen Mobbing nach wie vor ratlos, unsicher und fühlen sich teilweise auch allein gelassen. Das ist nicht ungewöhnlich, sondern verständlich. Es sollte daher niemanden beängstigen oder davon abhalten, an dieser Situation etwas zu ändern. Bei Mobbing treffen wir nämlich auf eine komplexe und vielschichtige soziale Wirklichkeit, die überdies noch sehr dynamisch ist. Einfache, schnelle, kopierbare und standardisierte Lösungsvorschläge oder Interventionen vertragen sich mit dieser Komplexität oft nicht. Bei Mobbing haben wir es eben nicht mit einer reinen Zweierbeziehung „Täter – Opfer“, sondern immer mit einem mehrdimensionalen Geschehen zu tun. Wir befinden uns hier mitten in einem sozialen (Gruppen-)Prozess, in dem eine ganze Menge weiterer Menschen oder Gruppen bzw. sozialer Subsysteme betroffen sind. 

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Andacht

Gedanken zur Jahreslosung 2022: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen…" (Joh 6, 37)

"Worte zeigen uns, was möglich ist, erklären, wie es geht

Sie beschreiben Träume ebenso wie die Realität

Sie beginnen und beenden Kriege und Revolution

Existieren laut geschrien und auch völlig ohne Ton

Sie sind Waffen, sie sind Balsam, sie sind manchmal rätselhaft

Retten Leben, zeigen Wege, schlagen Brücken

Worte haben Kraft"

(Die Ärzte, Herbst 2021)

 

„Schön, dass Du da bist!“, so werden seit vielen Jahren persönlich alle Delegiert*innen der Ev. Jugendkonferenz von Westfalen beim Aufrufen der Anwesenheitsliste begrüßt. Jede und jeder einzelne! Eine schöne, wertschätzende Begrüßung ist das, die uns beim Gespräch über die Jahreslosung in den Sinn kam. Sie fließt ein in das Jahresplakat der Ev. Jugend von Westfalen, das ein leider zeitloses Thema aufnimmt: Mobbing.

Es ist ja so leicht, mit den Finger auf andere zu zeigen und sich über einem Menschen lustig zu machen. Täglich geschieht es in der Schule, auf dem Arbeitsplatz oder auch in Familien. Und durch die Möglichkeiten von social media gibt es ja noch so viel mehr Bilder oder Texte, die Anlass dafür geben, jemanden unwürdig zu behandeln: Da sieht jemand komisch auf einem Bild aus. Oder hat sich bei einem Chat verschrieben. Oder hat einfach keinen Plan von irgendetwas, was für andere selbstverständlich scheint.

Eine Ursache für Mobbing sind häufig unbewältigte Konflikte. Doch manchmal ist es auch einfach die Lust am Lästern, die jemand dritten trifft. Im Oktober 2021 hat die Punkband "Die Ärzte" ein Lied über die Kraft von Worten veröffentlicht, in dem sie zwischenmenschliche Szenen beschreiben: "Worte können wehtun, sie sind schnell und schonungslos - Lassen dir keinen Ausweg, führ'n dich vor und stell'n dich bloß". Einfacher kann man es wohl nicht auf den Punkt bringen.

Wer Abweisung, Ausgrenzung oder gar offene Anfeindung an eigenem Leib und Seele erlebt, der weiß wie kränkend und manchmal auch krank machend das sein kann. Doch die Isolierung kann durch eine Kultur der offenen Wertschätzung und Willkommens durchbrochen werden.

Die Weisung der Nächstenliebe hat einen tiefen Ursprung in der jüdisch-christlichen Tradition:  "Du sollst dich nicht rächen und deinen Brüdern und Schwestern nichts nachtragen. Stattdessen sollst Du deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst", heißt es in der Thora (3. Mose, 19.18, Basisbibel). Jesus greift diese alte Weisung auf und entfaltet auf dieser Grundlage seine Lehre der Liebe, Anerkennung und Vergebung.

Als er einmal bei einem nach Frömmigkeit strebenden Pharisäer zum Essen eingeladen war, kam in das Haus eine Frau , die als Prostituierte von der Gesellschaft abgelehnt wurde. Sie kam mit wohlriechenden Ölen zu Jesus, um ihn nach damaliger Sitte die Füße zu waschen und mit dem Öl zu salben.  Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, sagte er sich: "Wäre dieser ein Prophet, so wüsste er, wer das ist, was für eine Frau ihn da berührt…" (Lukas 7, 36-38).

Doch Jesus spielt das Spiel der Ausgrenzung nicht mit, sondern lässt die Salbung geschehen. Damit lebt er, was er in den Worten der Jahreslosung an anderer Stelle deutlich gemacht hat: "Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen…" (Johannes 6, 37). Oder mit anderen Worten: "Schön, dass Du da bist!"

Christian Uhlstein, Landesjugendpfarrer der Ev. Kirche von Westfalen
Januar 2022

 

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